Bis in die 1960er-Jahre waren Vikunjas stark durch Wilderei bedroht und ihre Bestände gingen drastisch zurück. Durch internationale Schutzabkommen, nationale Gesetze und nachhaltige Nutzungskonzepte konnte die Population stabilisiert und teilweise wieder vergrößert werden.
Ein zentrales Element dieser Schutzmaßnahmen ist das traditionelle »Chaccu-Ritual«, bei dem Vikunjas in großen Treibjagden eingefangen, geschoren und anschließend wieder freigelassen werden. Diese Methode ermöglicht die Nutzung der wertvollen Wolle, ohne die Tiere dauerhaft zu schädigen oder aus ihrem Lebensraum zu entnehmen. Heute gilt das Vikunja in weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets als geschützte Art, und die kontrollierte Wollgewinnung wird streng überwacht.
Tradition und Naturschutz im Gleichklang.
Schon vor Jahrhunderten ehrten die Inka Vikunjas wie heilige Wesen. Heute, wenn man ein Kleidungsstück aus Vikunjawolle in den Händen halte, spürt man diesen Augenblick wieder. Den Blick dieser Tiere. Den Hauch der Berge. Und das Wissen, dass echter Luxus nicht laut, sondern leise ist – und seinen Ursprung in einer Begegnung auf 4.000 Metern Höhe haben kann.